Liebe Freunde,
in den letzten Monaten haben wir die Fragen oft gehört, wie wir herausgefunden haben, dass etwas mit Vans Gesundheit nicht stimmte und wie es uns WIRKLICH geht. Ich möchte diese Fragen öffentlich beantworten, denn ich schätze, dass es vielleicht die Meisten hier interessieren könnte.
Es begann vor einigen Jahren damit, dass Van sich während der Mahlzeiten erbrechen musste, für gewöhnlich beim Mittagessen, wenn es Fleisch gab. Das passierte allerdings nicht regelmäßig, vielleicht alle paar Monate. Gelegentlich hatte er auch Schmerzen in der Brust, die so heftig waren, dass er dachte, er habe einen Herzinfarkt. Die Beschwerden ließen allerdings innerhalb von zwei-drei Minuten wieder nach. Auch Letzteres passierte nur ein paar Mal im Jahr. Hin und dachte dachte Van, dass es sich dabei um den Rückfluß von Magensäure oder Sodbrennen handelte. Er erwähnte die Sache auch bei einigen Ärzten, aber weil es nicht allzu oft vorkam, machte sich niemand Gedanken darüber. Ich bemerkte auch, dass er seit ungefähr drei Jahren irgendwie komisch trank. Ehrlich gesagt, ging er mir damit auf die Nerven, um nicht zu sagen: Es machte mich wahnsinnig!
Unser Arbeitgeber lässt uns alle paar Jahre Fragebögen über unseren Gesundheitszustand ausfüllen. Van erwähnte darin die oben genannten Beschwerden. Die Dame, die den Bericht las, empfahl Van eine Magenspiegelung. Zufällig behandelte Vans HNO-Arzt ihn zu dieser Zeit wegen Magensäure-Rückfluss (Reflux). Als die Reflux-Medikamente nichts brachten, empfahl der HNO-Arzt ebenfalls eine Endoskopie. Wir hatten also bereits einen Termin für die Untersuchung, was natürlich gut war.
Bei der Untersuchung konnte der Arzt den Tumor erkennen, machte eine Biopsie und empfahl zusätzlich noch eine Ultraschall-Untersuchung und einen CT-Scan. Noch während wir diese weiteren Untersuchungen terminiert hatten, kam der Biopsie-Bescheid, dass Van positiv auf Krebs getestet worden war. All diese Untersuchungen sind noch in Deutschland gemacht worden. In der Zwischenzeit hatten unsere medizinischen Berater bereits die Aufnahme in ein Krankenhaus in den USA organisiert. Die Klinik ist nicht weit weg von dem Ort, wo wir jetzt wohnen. Wir sind dann einen Monat eher in die USA geflogen, als wir ursprünglich geplant hatten.
Die Ärzte glauben, dass Vans Krebs durch unbehandelten Reflux und die daraus resultierende Entzündung entstanden ist. Vans Toleranzgrenze für Schmerzen liegt sehr hoch. Es liegt ihm auch fern, sich über physische Schmerzen zu beklagen. Vielleicht hätte sich jemand anderes mit den gleichen Problemen schon eher um Hilfe gekümmert. Aber was soll's, der Käse ist gebissen. Es bringt nichts, jetzt darüber sauer zu sein.
Nächste Frage: Wie geht es uns WIRKLICH? Nun, wir glauben dass schlimme Dinge auch jenen Leuten passieren, die Jesus lieben. Das lehrt uns auch die Bibel. Wir glauben nicht, dass nur weil wir Jesus lieben und wir unser Leben als Erwachsene damit verbracht haben, ihm zu dienen, er uns vor jedem Mist beschützen wird, der in einem Leben halt passieren kann.
Wir glauben auch absolut nicht, dass wir mit tieferem Glauben, "richtigem" = "besserem" Gebet, einer positiveren Einstellung oder wenn wir die Bibel öfter lesen ODER __________ (tragt hier ein, was immer Euch noch einfällt und von dem Ihr meint, dass Gott das an dieser Stelle gut finden würde), erreichen würden, dass Van geheilt wird.
Versteht mich nicht falsch - wir haben JEDEN TAG für Vans Heilung gebetet. Aber wir denken, dass das einzige Versprechen, das Gott uns gegeben hat, darin besteht, dass er BEI UNS IST und nicht, dass er all die Schmerzen und das Leiden von uns nimmt. Natürlich ist die ganze Situation ganz schlecht aber wir sind dennoch von Freude erfüllt und dankbar. Ehrlich gesagt, haben wir es sogar ziemlich gut getroffen! Unser Arbeitslohn wird die ganze Zeit weiter gezahlt. Unser Job besteht zur Zeit lediglich darin, zu den Arztterminen zu gehen. Unsere Versicherung kommt für alle Kosten auf - mit Ausnahme von 1000 $, die aber von Freunden übernommen worden, zuzüglich zu anderen Ausgaben, die wir in den letzten zwei Monaten hatten. Leute aus unserer Gemeinde, die wir kaum kannten, haben uns jeden Montag- während Vans Chemotherapie - Essen gebracht. Meine Schwestern, die ich von Herzen liebe, wohnen gerade mal sieben Minuten mit dem Auto von uns.
Es geht uns also gut, mit Ausnahme dessen, dass ich in der letzten Zeit funf Kilo zugelegt habe und es mir schwer fällt, regelmäßig in der Bibel zu lesen.
Tom sagt, dass er nur weint, weil er seine Freunde vermisst und nicht, weil sein Dad Krebs hat. John hat jetzt einen Job bei McDonald's und er hat eine Menge schräge Geschichten zu erzählen, aber Ihr könnt mir glauben, dass er noch immer durchdreht, wenn sein Vater seine Mahlzeiten buchstäblich herunterwürgt. Trotzdem geht es ihnen gut. Gott war und ist bei uns. Wir loben ihn. Wirklich!
(Unser Freund Michael Graber hat das für mich übersetzt!!!! Danke, Michael! )